Sympany 09 deutsch

45 Erfolgsrechnung Die im Versicherungsertrag enthaltenen Bruttoprämien haben total um 261,9 Millionen Franken zugenommen (+41,7%), wobei der grösste Anteil auf die VVG-Versiche- rungen im Bereich Privatkunden (+177,7 Mio. CHF) sowie die obligatorische Krankenpflegeversicherung nach KVG (+79,6 Mio. CHF) zurückzuführen ist. Im ersten Bereich fand per Anfang 2009 ein Portfoliotransfer statt, im zweiten Bereich zeigt sich die Übernahme der Xundheit. Die sonstigen Betriebserträge sind um 8,7 Millionen Franken zurückgegangen (–40,4%). Dies liegt grösstenteils an der geänderten Verbuchungspraxis aufgrund des Portfolio- transfers. Die Bruttoleistungen haben um 204,9 Millionen Franken (+33,5%) zugenommen, wobei hier die VVG-Versicherun- gen im Bereich Privatkunden sowie die obligatorische Krankenpflegeversicherung nach KVG den grössten Zuwachs mit 136,0 respektive 78,2 Millionen Franken verzeichneten. Bei den Rückstellungen wurden vor allem Sicherheits- und Schwankungsrückstellungen im Bereich des VVG-Geschäftes aufgelöst. Diese waren für Risiken gebildet worden, welche im Jahr 2009 eintraten. Im Rahmen der Wachstumsstrategie und der damit verbundenen Investitionen steigt der Personalaufwand von 49,4 auf 64,1 Millionen Franken (+29,9%). Die IT-Aufwen- dungen gehen von 16,6 auf 12,3 Millionen Franken zurück. Allerdings wurde im Jahr 2009 erstmals IT-Software aktiviert und entsprechend abgeschrieben, was zu einer Zunahme der Abschreibungen von 2,5 auf 8,2 Millionen Franken führte. Versicherungsprämien und Verbandsbeiträ- ge weisen eine Aufwandsminderung auf, da dort eine einmalige Beitragsrückerstattung von 2 Millionen Franken dargestellt ist. Die Marketingaufwendungen stiegen aufgrund der Einführung neuer Produkte und zusätzlicher Courtagen für das erhöhte Geschäftsvolumen von 9,2 auf 13,7 Millionen Franken an. Das im Jahr 2009 erstmals eigenständig durchgeführte Zusatzversicherungsgeschäft für Privatkunden erhöhte den übrigen Verwaltungsaufwand bei gleichzeitiger Reduktion von erhaltenen Verwaltungs- kostenentschädigungen. Im nichtversicherungstechnischen Ergebnis konnte der Liegenschaftserfolg konstant gehalten werden. Das positive Ergebnis in den Finanzanlagen wird hauptsächlich durch realisierte Verkäufe im Geschäftsjahr bestimmt. Im be- triebsfremden Ergebnis wurde im Vorjahr der Verkauf von Liegenschaften dargestellt, was die Abnahme des betriebs- fremden und ausserordentlichen Ergebnisses um 18,3 Millionen Franken erklärt. Der Steueraufwand nimmt um 46,4 Prozent zu, da das steuerpflichtige Zusatzversicherungsgeschäft durch den Portfoliotransfer massiv ausgeweitet werden konnte. Bilanz Das gestiegene Prämien- und Leistungsvolumen drückt sich auch in der weiteren Zunahme der meisten Bilanz- positionen aus, wobei im Jahr 2009 vor allem eine Stärkung der versicherungstechnischen Rückstellungsarten stattfand (+26,0%). Hierfür ist insbesondere der Portfoliotransfer des Zusatzversicherungsgeschäftes mit Privatkunden verant- wortlich. Dagegen wurden die nichttechnischen (finanziel- len) Rückstellungen leicht reduziert (–6,9%) und damit ein Teil der Restrukturierungskosten finanziert. Das Eigenkapital reduzierte sich aufgrund des Verlustes von 223,3 auf 191,8 Millionen Franken (–14,1%). Insgesamt stieg so die Bilanzsumme von 640,3 auf 702,2 Millionen Franken (+9,7%). Fazit Die Leistungskosten haben sich in den vergangenen zwei Jahren sehr dynamisch weiterentwickelt, sodass sich die Schere zu den Prämien weiter öffnete. Sympany konnte sich der branchenweiten Entwicklung der letzten zwei Jahre, welche durch die Politik forciert wurde, nicht entziehen. Die Hoffnung, dass die Politik bald griffige Massnahmen zur Eindämmung des Kostenanstiegs beschliessen würde, wurde jedoch enttäuscht. So sah sich Sympany im Herbst 2009 gezwungen, im Gleichschritt mit der Branche die Prämien für 2010 deutlich anzuheben, um ihre Solidität für die Zukunft zu wahren.

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